Die Schweiz braucht eine Rohstoffwende

ressourcen forum schweiz

Bild: Empa

Dübendorf, 8. Dezember 2016 Vergangenen Donnerstag wurde am Ressourcen Forum Schweiz an der Empa AKADEMIE über die Notwendigkeit und Chancen einer Rohstoffwende in der Schweiz diskutiert. Mit über 100 Teilnehmer stiess das erstmals durchgeführte Ressourcen Forum Schweiz in Dübendorf auf grosses Interesse.

Im Zentrum der Diskussion am ersten Ressourcen Forum Schweiz stand die Thematik «Von der Energie- zur Rohstoffwende». Im Gegensatz zur Energiewende kann man sich unter dem Begriff Rohstoffwende hierzulande noch relativ wenig vorstellen. Referentinnen und Referenten aus Wirtschaft, Forschung, Politik, öffentlicher Verwaltung und NGOs gaben dabei am Morgen in Plenarsessionen einen Einblick in das Thema.

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Matthias Bölke

Matthias Bölke, Präsident von swisscleantech und CEO & Country President von Schneider Electric und Feller AG, hat darauf hingewiesen, dass wir unsere Effizienz um den Faktor 3 steigern müssen, um den Temperaturanstieg unter 2 Grad zu halten. Gerade im Gebäudebereich ist ein riesiges Potential zur Effizienzsteigerung vorhanden, so Bölke. Er erwähnte, wie sein Unternehmen diese Herausforderungen mit den heutigen Technologien angeht und die Nachfrage nach Energie effizient deckt.

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Kurt Lanz

Auch für Kurt Lanz, Mitglied der Geschäftsleitung von economiesuisse, ist Ressourceneffizienz wichtig für die Schweizer Wirtschaft: „Effizienz bedeutet immer auch einen Wettbewerbsvorteil“.

Gunther Stephan, Präsident der Leitungsgruppe des Nationalen Forschungsprogramms „Nachhaltige Wirtschaft (NFP 73)“, stellte das neue NFP 73 vor, dessen Ziel die Erarbeitung von Handlungs- und Orientierungswissen für eine nachhaltige Wirtschaft ist. Er betonte zudem, wie wichtig der permanente Informationsaustausch zwischen den Stakeholdern und den Forschenden ist.

„Die Ressourcendebatte ist nicht so einfach vermittelbar wie beispielsweise die Klimadebatte“, sagt Mathias Schluep vom Organisationskomitee des Ressourcen Forum Schweiz.

Mit dieser Schwierigkeit befassten sich die verschiedenen Workshops am Nachmittag, welche ein breites Spektrum an Herausforderungen und Lösungswege in der Schweiz präsentierten. So wurden beispielsweise unter Anleitung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) Zielbilder für eine ressourcenschonende Schweiz diskutiert .

Hans-Peter Egler von Ecos leitete zusammen mit Quantis einen weiteren Workshop über Lebenszyklus und Ressourceneffizienz der Infrastruktur. In einem dritten Workshop, unterstützt durch die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) und die Fachhochschule St. Gallen, testete das Publikum Wirkmechanismen für eine ressourceneffizeinte Infrastruktur.

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Besuch am NEST Lab

Ein Rohstoffmarkt ermöglichte den Besucherinnen und Besuchern mittels einer interaktiven Posterausstellung die Vielfältigkeit von schweizerischen Initiativen und Netzwerke zu entdecken, welche bereits heute existieren und mit unzähligen Projekten auf eine Rohstoffwende hinarbeiten. Die Teilnehmer hatten zudem durch den Besuch des NEST Projekts die Möglichkeit, mehr über bestehende innovative Lösungen im Gebäudebereich zu erfahren.

Das Ressourcen Forum Schweiz ist eine Initiative einer breit gefächerten Gruppe von Organisationen, dazu gehört das World Resources Forum (WRF), das BAFU, die Empa, die Schweizerischen Akademien a+, Ecos, das NEROS, das Schweizer Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften Öbu und der Entwicklungsfonds Seltene Metalle (ESM). Durch Konferenzen wie das Ressourcen Forum Schweiz sollen sich Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Wirtschaft und Politik sowie Akteure aus Forschung, öffentlicher Verwaltung und NGOs vernetzen.

Für viele Teilnehmer bedeutet das erste Ressourcen Forum Schweiz den Startpunkt in der zukünftigen Debatte um Ressourceneffizienz in der Schweiz. „Wir können die Wendedebatte von Ressourcen aktiv mitgestalten”, betont Patrick Wäger, Abteilungsleiter an der Empa.

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Botschaftsrat Kees T. Smit Sibinga (ganz rechts)

Das Gastland Niederlande war vertreten durch Kees T. Smit Sibinga, erster Botschaftsrat der Niederländischen Botschaft in der Schweiz, der eine gute Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und den Niederlanden in dieser Thematik begrüsste.

Bericht: Maria-Lucia Hijar und Rafael Widmer